Es gibt wohl nichts, was grundsätzlich so sehr für andere Ohren gedacht ist, wie die Musik.
Jede Musik wendet sich an einen Zuhörer, egal wie real dieser vorhanden ist. Somit ist Auftreten
mit dem Musizieren verbunden, weil Musik sich immer an andere Menschen wendet. Es gibt wenige Künste,
die so auf die Präsenz des ausübenden Künstlers angewiesen sind, wie die Musik.
Auch angesichts der allgegenwärtigen Knopf-im-Ohr-Tendenz muss in den meisten Bereichen der Musikkultur der Live-Event her, Musik
muss zu Gehör gebracht werden: Jemand muss sie bringen!
Und das will gelernt sein. Es gibt wenige Kinder, die als ›Rampensau‹ geboren werden, zumindest verliert
sich das meistens genau in dem Alter, wenn das technische und musikalische Niveau endlich soweit ist,
dass sie getrost auftreten könnten. Die meisten und gerade auch viele der Begabten sind oft besonders
sensibel und zart, oft auch sehr introvertiert. So sehen wir es als pädagogische Selbstverständlichkeit,
dass Vorspielen gut vorbereitet und gelernt sein will, damit es nicht zum Negativerlebnis wird.
Vorspielen stellt den Spieler vor mindestens zwei Fragen: Bekomme ich mein Stück hin? Bin ich fit genug?
Und: Was denken die andern? Einmal die Frage an sich selbst: Genüge ich dem Stück? Und die Frage an die
Erwartung von außen, vom Lehrer, von den Eltern, von den Freunden.
Damit das Vorspielen in kleinen Schritten erfahren werden kann, bietet balance verschiedene Vorspiel-Stationen an.
Zum einen die Spielstatt, immer am selben Ort, wo ausprobiert und getestet werden kann. Dann die Haus-Konzerte, wo
in einer wechselnden häuslich-familiären Umgebung schon mehr Publikum vorhanden ist, aber noch kein öffentlicher
Rahmen wie bein einem Schüler-Konzert, welches an verschiedenen Orten in Stuttgart stattfinden kann.






